
Klibee auf Forschungsexpedition

Über die Expedition
Die MEGA-Expedition auf der Malizia Explorer begibt sich vom 21. August bis zum 19. September auf Forschungsreise. Das Ziel: Mehr Erkenntnisse über die veränderten Meeresströmungen durch den Klimawandel und über die Unterwasser-Umweltbelastung durch Schiffslärm zu erlangen. Dazu sticht das Team der Malizia gemeinsam mit Wissenschaftler*innen des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) und der TU Delft in See.
© Lydia Stühmer-Herrmann

Auf der Fahrt nehmen wir ozeanografische sowie akustische Messungen vor. Unsere erste Mission ist es zu messen, wie viel warmes Wasser in der Tiefe vom Nordatlantikstrom in das Kangertittivaq-Fjordsystem fließt und wie viel Schmelzwasser vom Gletscher im Gegenzug wieder aus dem Fjord herausströmt. Unsere zweite Mission ist, mit akustischen Rekordern die Lärmbelastung durch Schiffe unter Wasser aufzunehmen. Denn durch den wachsenden Tourismus hat die Zahl der Kreuzfahrtschiffe in der Arktis in den letzten Jahren stark zugenommen. Das könnte eine große Belastung für geräuschempfindliche Meerestiere darstellen.
Ziel 1: Wir messen, wie weit sich das (wärmere) Atlantikwasser in Kangertittivaq schon ausgebreitet hat. Im Vergleich mit historischen Daten können wir dann herausfinden, ob die Kaltphase des Atlantikwassers im Fjord beendet ist.
Ziel 2: Modellsimulationen und Fernerkundung weisen darauf hin, dass Eddies an der Fjordmündung für den Austausch von Meerwasser zwischen dem Schelf und dem Fjord verantwortlich sind. Wir werden das Regime des Eddies an der Fjordmündung untersuchen, um die Existenz und die Geometrie der Wirbel zu verifizieren.
Ziel 3: Mit bestimmten Aufnahmegeräten nehmen wir unter Wasser die Lärmbelastung durch Schiffe auf. Durch einen wachsenden Tourismus in der Arktis hat die Zahl der Kreuzfahrtschiffe in den Gebieten der Gletscherfjorde in den letzten Jahren stark zugenommen. In einem sonst eher ruhigen Ökosystem sorgen die Schiffe für eine große Lärmbelastung, vor allem für geräuschempfindliche Meerestiere. Diese Lärmbelastung werden wir unter Wasser messen.
Während der Eiszeiten war ganz Nordeuropa von Gletschern bedeckt. Das Eis hat sich über lange Zeit immer wieder verändert und so unsere Landschaften geformt. Wenn sie sich talwärts in Richtung der See bewegt haben, haben sie tiefe Furchen in die Felsen geschliffen, die wir Fjorde nennen. Hat sich das Eis umgekehrt vom Wasser ins Landesinnere gefressen, haben sich flache Förden gebildet. Fjorde sind z.B an der Küste Norwegens aber auch in Grönland entstanden.
Noch heute ist Grönland zu etwa 80% von Gletschern bedeckt. Diese sind in den vergangenen Jahren aber immer kleiner geworden. Haupttreiber des Gletscherschmelzen ist der durch den Menschen verursachte Klimawandel.
Die Gletscher Grönlands ziehen sich unter anderem deshalb zurück, weil sich erwärmtes Meerwasser in den Gletscherfjorden unterhalb der Wasseroberfläche ansammelt und Ausläufer der Gletscher (die Gletscherfront) im Wasser schmilzt. Ist das Gletschereis im Wasser geschmolzen rutscht neues Eis nach. Das Schmelzwasser fließt ins Meer und breitet sich dort, an der Meeresoberfläche aus, weil es weniger salzig ist. Dieses Schmelzwasser gelangt über die Fjorden in den Nordatlantik und kann dort die Zirkulation vor der Küste beeinflussen.
Aber woher kommt das warme Wasser, das die Gletscherfronten von unten schmelzen lässt? Dieses kommt aus dem Nordatlantik und gehört zu einer lange gereisten, sehr salzigen und relativ warmen Wasserströmung. Dieses warme Tiefenwasser wird mit dem sich verändernden Klima aber nicht einfach mit der Zeit immer wärmer, sondern es gibt wärmere und kältere Phasen. Mal sind die Wassermassen, die in den Fjord dringen kühler und mal wärmer. Für das Kangertittivaq-System (früher bekannt als Scoresby Sund) – das größte Fjordsystem der Welt – in dem wir unsere Messungen vornehmen, haben Ozeanmodelle einen Wendepunkt von einer kälteren hin zu einer wärmeren Phase möglicherweise seit dem Jahr 2024 angekündigt und genau das wollen wir jetzt unter anderem nachmessen. Denn in der Wissenschaft gilt es Vorhersagen, die auf Grund von aufgestellten Annahmen gemacht wurden, auch tatsächlich in der Natur zu beobachten. Im betsten Fall dann noch mehr über das Phänomen herauszufinden, um die aufgestellten Annahmen anzupassen um wiederum genauere Vorhersagen für die Zukunft machen zu können.

Seit 2018 verbindet Team Malizia Offshore-Segeln mit einer besonderen Mission: Mit den Abenteuern auf dem Meer wollen sie Menschen für den Ozean und unsere Umwelt begeistern, Aufmerksamkeit für den Klimaschutz schaffen und zum Handeln motivieren.
Während der härtesten Segelrennen der Welt sammelt das Team schon seit vielen Jahren wichtige Daten über den Ozean, auch in besonders abgelegenen Regionen. Diese Daten helfen Forschenden dabei, besser zu verstehen, wie sich unsere Meere verändern. Gleichzeitig bringt Team Malizia die Faszination des Ozeans zu Kindern und Jugendlichen auf der ganzen Welt.
Seit 2025 geht diese Mission noch einen Schritt weiter: Neben dem schnellen Rennboot gibt es jetzt ein eigenes Forschungsschiff: die Malizia Explorer. Sie ist zwar nicht so schnell wie ein Rennboot, dafür aber ganz für die Wissenschaft unterwegs. Auf ihren Reisen erforscht sie die Meere, sammelt wichtige Daten und erzählt Menschen überall auf der Welt, was es im Ozean zu entdecken gibt.
Die Malizia Explorer bringt dabei Wissenschaft, Abenteuer und Bildung zusammen und macht die Forschung auf dem Meer für möglichst viele Menschen erlebbar.
Segler verbringen viel Zeit auf den Weltmeeren und erleben dabei oft als Erste, wie stark der Mensch die empfindliche Meeresumwelt verändert. Boris Herrmann, Skipper von Team Malizia, hat diese Veränderungen selbst erlebt und erkannt: Es ist nicht mehr nur Zeit zum Beobachten, sondern auch Zeit zum Handeln!
Deshalb gibt es das Bildungsprogramm My Ocean Challenge. Das Programm wird von der Zwischenstaatlichen Ozeanographischen Kommission (IOC) der UNESCO unterstützt und durch die Stiftung Prince Albert II of Monaco, Postcode Lotterie Stiftung, sowie die Dorit- und Alexander-Otto-Stiftung gefördert.
Seit seiner Gründung hat My Ocean Challenge bereits über 135.000 Kinder weltweit erreicht. Das Programm richtet sich an Kinder zwischen 8 und 14 Jahren und nimmt sie mit auf eine abenteuerliche Reise durch die Welt der Meere. Dafür gibt es ein kostenloses Bildungsheft, das in 11 Sprachen übersetzt wurde, einen Newsletter, eine YouTube-Serie und Live Calls direkt von Bord.
So können Kinder die Faszination des Segelns und des Ozeans entdecken, Team Malizia bei ihren Regatten begleiten und bei Forschungsreisen einen Blick hinter die Kulissen werfen. Gleichzeitig lernen sie über die Herausforderungen des Ozeans und wie sie selbst mit Wissen, Ideen und Hoffnung Teil der Lösung werden können.
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Über Klibee

Hallo ich bin Klibee,
das Vereinsmaskottchen von Klimabildung e.V. und passend zu dessen Mission eine Biene. Als Biene kenne ich die Menschen schon eine Weile und liebe es sie bei ihrem Leben auf der Erde zu begleiten. Ganz besonders unterstütze ich Menschen, die sich aktive für den Erhalt der Erde einsetzen. Deshalb bin ich hier im Verein genau richtig.
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